Die Geschichte des Erdöls

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Ein Blick in die Geschichte ist oft hilfreich für die Einschätzung künftiger Entwicklungen. Und da Energie bzw. Erdöl bei uns ein dominierendes Thema ist, finden Sie hier in diesem Artikel die geschichtlichen Ereignisse rund um das “schwarze Gold” in chronologischer Reihenfolge dargestellt.

Erdöl ist eine der wichtigsten Basisinnovationen der Vergangenheit und die Entdeckung von Kerosin als Leuchtmittel vor mehr als 150 Jahren war der “Startschuß” für die Förderung von Erdöl im großen Stil!

Seitdem wurden immer größere Mengen aus dem Boden gepumpt.

Zuerst kam das meiste Öl aus USA – überwiegend aus Kalifornien und Texas bzw. aus den Raffinerien von John D. Rockefeller`s Standard Oil Company. Und nach dem Erreichen des US-Ölfördermaximums, das bereits Anfang der 70er Jahre erfolgte, lernten die Herren Scheichs die Segnungen des Ölreichtums kennen.

Mittlerweile versiegen die Ölquellen auch dort und es beginnt die Ära des knappen und teuren Erdöls. Aber lesen Sie selbst…

Entstehungs-Theorien

Entstehungs-Theorien

Über die Entstehung von Erdöl gibt es eine etablierte Theorie, wonach es vor Millionen von Jahren aus abgestorbenen Urtieren entstand, wie z. B. die Ammoniten (vgl. Abbildung).

Die Überreste dieser Lebewesen sanken auf den Grund der Urmeere und wurden dort im Laufe der Zeit im Boden eingeschlossen. Unter hohem Druck, großer Hitze und Luftabschluß entstand die Ursubstanz von Erdöl.

Dies ist die am weitesten verbreitete Meinung und wird auch biogene Theorie genannt. Es gibt jedoch immer wieder auch Veröffentlichungen, welche die sogenannte abiotische Theorie anführen, wonach sich die Erdölressourcen sozusagen automatisch aus dem Erdinneren wiederauffüllen. Da dieser “Refill” bisher leider nicht im großen Stil festgestellt werden konnte, müssen wir weiter davon ausgehen, daß die Ölvorkommen begrenzt sind.

Heute gehen die meisten Erdöl-Experten, allen voran die Internationale Energieagentur, davon aus, daß die globale Erdöl-Fördermenge sinkt! Gleichzeitig nimmt aber der globale Bedarf zu, wodurch der Ölpreis ebenfalls seit ca. 12 Jahren kontinuierlich nach oben geht! Sichern Sie sich rechtzeitig Ihre sprudelnde Ölquelle:

Die ersten Bohrungen

Die ersten Bohrungen

Bereits im Jahre 1844 erschloss der russische Ingenieur F. N. Semyenov mit einem technischen Bohrsystem eine Ölquelle im Ölfeld von Bibi-Eibat bei Baku/ Aserbaidschan. Dort wird heute noch Öl gefördert.

1854: In den Karpaten von Polen und Rumänien wurden 30 – 50 Meter tiefe Ölquellen gebohrt. 1858 wurde auch in Deutschland Öl gefunden – ferner entdeckte man ein großes Ölfeld in Kanada.

 

Baku - die erste Ölhauptstadt

Baku – die erste Ölhauptstadt

Obwohl die ersten Ölquellen in Aserbaidschan schon früher gefunden wurden, begann die wirtschaftliche Nutzung des Erdöls im Zarenreich erst im Jahre 1871.

Die Entwicklung der Ölförderung in Baku wurde maßgeblich durch die Gebrüder Nobel und die Bankiersfamilie Rothschild bestimmt. 1876 kamen Ludwig Nobel und sein Sohn Emanuel nach Baku. Durch den Bau von Pipelines, Öltankern und Raffinerien modernisierten sie das gesamte Ölgeschäft im damaligen Rußland.

Die Rothschilds bauten u. a. 1883 eine Eisenbahn über den Kaukasus zum Schwarzmeerhafen Batumi, was zur Internationalisierung des kaukasischen Ölgeschäfts beitrug.

John D. Rockefeller übernahm später das Prinzip der Öltanker, das die Gebrüder Nobel entwickelt hatten und verbilligte damit seine Öltransporte.

Heute wird das Erdöl in Aserbaidschan von der staatlichen Öl- und Gasgesellschaft “State Oil Company of Azerbaijan Republic” SOCAR gefördert!

Galizien

Galizien

In der Zeit zwischen dem Ende des 18. Jahrhunderts und Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte die Region “Galizien” zur Österreichisch – Ungarischen Monarchie (vgl. Karte rechts – bitte zum Vergrößern anklicken).

Galizien verfügte damals über die größten Erdölvorkommen Europas und Österreich war zusammen mit Ungarn das drittgrößte Ölförderland der Welt nach den Vereinigten Staaten und Russland.

Die Erdölförderung in Galizien erreichte zwischen 1895 und 1909 ihren Höhepunkt. Aufgrund sehr großer Erdölfunde und anderer globaler Faktoren trat ein Preisverfall bei Erdöl ein.

Seit dem 1. Weltkrieg gehören die galizischen Ölfelder zu Polen bzw. der Ukraine – wo auch heute noch Erdöl gefördert wird.

Beginn der Ölförderung in USA

Beginn der Ölförderung in USA

Der “technische Siegeszug” des Erdöls, speziell in Nordamerika nahm seinen Ursprung im Jahre 1859 mit dem Bohrturm des Edwin Drake in Titusville (Pennsylvania).

Nachdem  noch weitere Ölvorkommen in Pennsylvania, West Virginia, Ohio und Kentucky gefunden wurden, kam es in der Nähe von Los Angeles zur Entdeckung riesiger Ölfelder. Die globale Ölförderung war inzwischen auf 20 Mill. Tonnen gestiegen – die Hälfte davon stammte aus den USA.

Bis zu diesem Zeitpunkt kam das meiste geförderte Öl aus Kalifornien. Dies änderte sich jedoch schlagartig durch den Ölfund des Anthony Francis Lucas in Beaumont/ Texas. Mit dem sogenannten ”Spindletop-Gusher” - einer riesigen Ölfontäne “eröffnete” er 1901 den bis dahin größten Ölfund in den USA!

Rockefeller & Co.

Rockefeller & Co.

Durch die in Verbindung mit dem neuen Rohstoff Öl vorangetriebenen Innovationen wie Kerosin-Lampe, Automobile, Eisenbahn und Luftfahrt, begann das Erdöl-Zeitalter und damit die Geschichte der Ölmilliardäre.

In der Ouvertüre zu dieser unvergleichlichen Epoche märchenhaften Reichtums tritt ein Mann auf die Bühne der Weltgeschichte, dessen Namen auch heute noch jeder kennt:

John D. Rockefeller.

Dieser gründete 1870 die Standard Oil Company, die später das Raffineriegeschäft in USA kontrollierte.

Weitere Größen des Ölgeschäfts waren: Haroldson Lafayette Hunt (zeitweise reichster Mann der USA), Marcus Samuel (Shell) wie auch die Rothschilds in Europa.

Aufgrund wettbewerbsfeindlicher Machenschaften wurde die Standard Oil Company im Jahre 1911 in einzelne Unternehmen zerschlagen, aus denen viele der heutigen Ölkonzerne hervorgingen, wie z. B. die ExxonMobil Corporation – das größte Energieunternehmen der USA.

Öl aus der Wüste

Öl aus der Wüste

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde eine neue Erdöl-Supermacht geboren: Saudi Arabien.

Die frühen Ölproduzenten der Region, Saudi Arabien, Iran, Irak und Kuwait gündeten zusammen mit Venezuela im Jahre 1960 in Baghdad die OPEC (Organization of the Petroleum Exporting Countries).

Der eigentliche Ölboom in dieser Region entstand jedoch erst durch den, für viele überraschenden Einbruch der US-Ölproduktion im Jahre 1970.

Dieser “Wendepunkt” bei der US-Fördermenge wurde allerdings bereits von dem angesehenen US-Geologen “M. King Hubbert” durch seine Berechnungen im Zusammenhang mit der nach ihm benannten “Hubbert Kurve” (auch Hubbert Peak) vorhergesagt.

Auch das “globale Ölfördermaximum” wurde von Mr. Hubbert schon vor langer Zeit ermittelt und für die Zeit um das Jahr 2000 berechnet.

Mittlerweile wurde auch diese Vorhersage durch entsprechende Ölfeld-Analysen von führenden Öl-Experten, allen voran den Repräsentanten der Internationalen Energieagentur bestätigt. Der Direktor der IEA, Nobuo Tanaka teilte mit, daß die globale Ölproduktion bereits mit einer Rate von 6,7% pro Jahr sinkt! Auch die Experten des Ludwig-Bölkow-Instituts sehen eine kontinuierliche Abnahme der Ölförderung und haben ermittelt, daß der Höhepunkt der Ölförderung im Jahre 2009 erreicht wurde.

Das globale Ölfördermaximum

Das globale Ölfördermaximum

Insgesamt ist die industrielle Geschichte des Erdöls mittlerweile 150 Jahre alt. Heute gibt es zahlreiche Hinweise darauf, daß die Erdöl-Fördermenge dramatisch sinkt (vgl. Ölfördermaximum) und mittelfristig den Welt-Bedarf nicht befriedigen kann.

In diesem Bewußtsein wird von den “Ölmultis” die Erschließung der unkonventionellen Ölvorkommen wie Ölsande, Tiefseeöl, Polaröl usw. mit Hochdruck vorangetrieben.

Die drohende Verknappung und die kostspielige Förderung aus unkonventionellen Ölvorkommen hat in den letzten 12 Jahren bereits zu einem starken Preisanstieg bei Erdöl geführt. Da die Öl-Abhängigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft immer noch sehr hoch ist, wird sich der Preisanstieg des Erdöls sicherlich fortsetzen.

All dies schafft ausgezeichnete Rahmenbedingungen für direkte Investitionen in Erdöl, die z. B. in Form von geschlossenen Fonds angeboten werden. Parallel dazu wird aber jede sinnvolle Art der Energieerzeugung vom Ölfördermaximum “profitieren”. Wer die Gewinne mit dem Nutzen für die Umwelt verbinden möchte, sollte sich im Bereich der Waldinvestitionen umsehen (siehe Menü links).

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