Ölfördermaximum

Die globale Ölförderung sinkt

Die globale Ölförderung sinkt

Mit “Ölfördermaximum” oder “Peak Oil” (vgl. Glockenkurve nach M. King Hubbert bzw. Hubbert Peak – Diagramm rechts) wird der Zeitpunkt bezeichnet, an dem die Förderung von Erdöl ihren Höhepunkt erreicht. Die Bezeichnung gilt grundsätzlich sowohl für eine einzelne Ölquelle als auch für die Gesamtheit aller globalen Ölfelder. Nach Überschreiten des globalen Ölfördermaximums nimmt die Ölförderung endgültig ab!

Führende Erdöl-Organisationen, wie auch die Internationale Energieagentur haben festgestellt, daß das das globale Ölfördermaximum nicht nur hinter uns liegt, sondern die weltweite Ölförderung bereits jährlich um 6,7% sinkt – gleichzeitig steigt aber der Welt-Verbrauch, insbesondere durch die weiter starke Nachfrage aus Fernost weiter an!

Ferner besteht eine große Wahrscheinlichkeit, daß sich die Abnahme der Förderleistung noch stark beschleunigt, da die Hubbert Kurve beispielsweise nicht berücksichtigt, daß sich die sogenannte Nettoenergie (Verhältnis von für die Ölförderung aufgewendetem, zu gewonnenem Öl wesentlich verschlechtert – vgl. Menüpunkt “Net Hubbert Curve” oben)!

Ein weiterer Risikofaktor ist, daß jetzige Ölförderländer bei stark nachlassender Öförderung ihre Ölausfuhr einstellen bzw. selbst zum Öl-Importeur werden (bekanntestes Beispiel aus der Vergangenheit: Die USA).

Net Hubbert Curve

Net Hubbert Curve

Die Glockenkurve nach M. King Hubbert (vgl. Menüpunkt “Einleitung”) ist ja symmetrisch und berücksichtigt nicht, daß heute wegen der sinkenden Ausbeute aus den konventionellen Ölfeldern zunehmend die unkonventionellen Ölvorkommen wie z. B. Ölsande, Ölschiefer und Tiefseeöl ausgebeutet werden.

Bei diesen Ölvorkommen ist jedoch das Ergebnis an Nettoenergie wesentlich ungünstiger. So muß man z. B. bei der Erzeugung von Erdöl aus Ölsanden 5 Barrel an Erdöl einsetzen um 10 Barrel Erdöl zu gewinnen!

David Murphy, Autor der Website www.theoildrum.com modifizierte die Glockenkurve von M. King Hubbert daher insofern, daß er den steigenden Einsatz von Erdöl für den Förderaufwand berücksichtigte (siehe Grafik).

Im Ergebnis fällt die künftige Fördermengen-Abnahme noch wesentlich dramatischer aus bei Verwendung der ursprünglichen Hubbert Kurve!

Größte Ölfelder der Welt - Ölfördermaximum überschritten

Größte Ölfelder der Welt – Ölfördermaximum überschritten

Hier eine Tabelle der größten konventionellen Ölquellen der Welt mit Angabe des Ölfördermaximums:

Name/ Lage
Entdeckung ca.
Peak Oil seit
Eigentümer/ Bohrunternehmen
Ghawar/ Saudi Arabien
1948
2005
Aramco
Cantarell-Ölfeld/ Mexiko
1976
2004
Petróleos Mexicanos (PEMEX)
Burgan/ Kuwait
1938
2005
Kuwait Oil Company
Daqing/ China
1962
1998
PetroChina Company Limited
Rumaila/ Irak
1953
n. b.
South Oil Company
Kirkuk/ Irak
1927
n. b.
North Oil Company
Shaybah/ Saudi Arabien
1998
2004
Aramco
Shengli/ China
1961
1990
Shengli Petroleum
Abqaiq/ Saudi Arabien
1940
1971
Aramco
Prudhoe Bay/ Alaska
1969
1998
BP Alaska

Kaum Neuentdeckungen von Ölfeldern

Kaum Neuentdeckungen von Ölfeldern

Bereits seit 50 Jahren sinkt die Kapazität neuentdeckter Ölfelder weltweit kontinuierlich!

Wurden Mitte der 60er Jahre noch Ölfelder mit durchschnittlichen Reserven von rund 40 Giga-Barrel pro Jahr entdeckt, so bewegen sich die heutigen jährlichen Neuentdeckungen im Bereich von nur noch etwa 5 Giga-Barrel.

Versorgungs-Lücke weitet sich aus

Versorgungs-Lücke weitet sich aus

Das “U.S. Department of Energy (DoE), das im April 2009 mit dem Motto “Meeting the Growing Demand for Liquid (fuels)“ tagte, traf sehr pessimistische Voraussagen bezüglich der Welt-Versorgung mit Energie.

In der aus dieser Quelle stammenden Publikation wird auf Seite 8 eine dramatische Unterversorgung für die kommenden Jahre dargestellt (zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken).

Ölförderländer stoppen Ölausfuhr

Ölförderländer stoppen Ölausfuhr

Das frühere Ölförderland USA erreichte bereits Anfang der 70er Jahre den Höhepunkt der Ölförderung – wenig später mußte es seine Rolle als Ölförderland aufgeben und heute sind die USA der größte Erdöl-Importeur!

Indonesien war früher ein wichtiges Ölförderland und Mitglied der OPEC – vor kurzem mußte es die OPEC wegen der rückläufigen Förderung verlassen.

Nachfolgend eine Liste weiterer, ehemals wichtiger Erdöl-Förderländer, die ihren Peak Oil überschritten haben: Norwegen, Großbritannien, Rumänien, Venezuela, Mexiko, Argentinien, Australien, Dänemark, Russische Föderation, Ägypten, Indien, Syrien, Gabun, Malaysia, Kolumbien, Nigeria, Ecuador, Yemen, Oman, Kongo.

Bei einigen OPEC-Ländern liegt die Vermutung nahe, daß das Ölfördermaximum überschritten ist. Wegen der Intransparenz der Förderdaten ist dies allerdings noch nicht abschließend geklärt. Dazu zählen: Saudi Arabien, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate und Angola.

Energetisches Ölfördermaximum

Energetisches Ölfördermaximum

Das „energetische Ölfördermaximum“ ist dann erreicht, wenn man genauso viel Erdöl aufwenden muß als man fördern kann.

Die aufzuwendende Menge stieg in den 150 Jahren seit dem Beginn der globalen Ölförderung kontinuierlich an. Heute sind etwa 11 Barrel Erdöl nötig um 100 Barrel zu fördern (vgl. EROEI).

Da sich die Erdölunternehmen durch den Förderrückgang konventioneller Ölfelder immer mehr den teureren Ölressourcen, wie z. B. dem Tiefseeöl zuwenden, wird sich dieses Verhältnis erheblich weiter verschlechtern!

Steigende Öl- und Energiepreise

Steigende Öl- und Energiepreise

Die dargestellten Punkte führen zu einem, sehr wahrscheinlich dramatischen Rückgang des Angebotes an Erdöl.

Auch in Verbindung mit einer weiter steigenden globalen Nachfrage kann dadurch von einem künftigen Anstieg des Öl- und Gaspreises ausgegangen werden!

Anleger, die diese Chance nutzen möchten, können über geschlossene Fonds direkt in die Förderung von Öl- und Gas investieren und z. B. aus dem Verkauf der Energierohstoffe zügige Kapitalrückflüsse erhalten.

Informieren Sie sich hier: Öl- und Gasfonds

39 queries.  0,510 seconds.