Die Medici
Geburt eines neuen Zeitalters
Florenz im 15. Jahrhundert:
Ein wohlklingender Name begründet das neue Zeitalter der Renaissance: Die Medici!
…sie schufen ein Banken- und Handelsimperium, dessen Reichtum und Einfluß in der damals bekannten Welt nur noch von den Fuggern übertroffen wurde.
Gleichzeitig begründeten sie mit der Epoche der Renaissance eine kulturelle Revolution! Zweimal wurden die Medici von politischen Gegnern aus der Stadt vertrieben. Stets konten sie aber wieder nach Florenz und an die Macht zurückkehren!
Die Wurzel des Reichtums der Medici war (ähnlich wie bei den Fuggern) der Textilhandel und später das Bankwesen in Verbindung mit Beziehungen zu Vatikan und Politik. Wie die Fugger führten Sie auch die Lilie als Wappen-Symbol!
Der eigentliche Gründer der Unternehmerdynastie der Medici war Giovanni di Bicci de’ Medici (1360–1429), der schon damals, sozusagen der “Bankier des Papstes” war.
Gleichzeitig übernahm er die Funktion des Vermittlers zwischen dem Stadtadel (Albizzi) und dem Volk!
Giovanni di Bicci dè Medici
Giovanni di Bicci de’ Medici (1360 - 1429) arbeitete zunächst in der Bank seines Onkels,Vieri di Cambio de’ Medici, wo er sein Wissen im damaligen Bankgeschäft erwarb.
1397 verlagerte er den Sitz seines kleinen Bankhauses von Rom nach Florenz und legt damit den Grundstein für den Erfolg des Hauses Medici.
Die “Banco Medici” führten später seine Söhne Lorenzo und Cosimo de’ Medici weiter.
Cosimo dè Medici
Als Cosimo dè Medici von seinem Vater Giovanni die Geschäftsführung übernahm, war die Medici-Bank bereits das größte europäische Bank- und Handelshaus.
Nach einem kurzen Exil in Venedig nutzte er seinen Reichtum, um die Albizzi (einflußreiche adlige Familie im Italien des Mittelalters) zu stürzen und 1434 triumphal nach Florenz zurückzukehren.
In der Folgezeit verstand es Cosimo, die Gesetze der Stadt Florenz und sein eigenes Netzwerk so zu steuern, daß er selbst den größten Einfluß hatte. Ferner hatte er eine Strategie entwickelt, mit der er durch Kreditvergabe Gefolgsleute an sich binden und unerwünschte Personen ruinieren konnte.
Bei seinem Tode am 01. August 1464 wurde er von der Stadt Florenz mit der Grabinschrift ”Pater patriae” (römischer Ehrentitel = Vater des Vaterlandes) geehrt.
Lorenzo der Prächtige
Der Enkel von Cosimo dè Medici machte Florenz zur kulturellen Hauptstadt der damaligen Welt in der die berühmten Werke von Michelangelo, Botticelli und da Vinci entstanden.
Ebenso wie die Fugger, betrieben auch die Medici das florierende Geschäft mit dem Ablasshandel des Vatikans.
Dieser beauftragte das Geldhaus, in den überall bestehenden Filialen, die Ablassgelder einzutreiben, was reichliche Provisionseinnahmen zur Folge hatte.
Den Beinamen il Magnifico (‚der Prächtige‘) erhielt Lorenzo durch seine großzügige Förderung der schönen Künste.
Ganz besonders förderte Lorenzo einen Kreis von Philosophen in Florenz, die Anhänger des griechischen Philosophen Platons.
Diese sogenannten Platoniker, verfolgen ein Weltbild, wonach die materielle Welt nur ein unvollkommenes Abbild der Ideensphäre darstellt.
Der Niedergang
Lorenzo der Prächtige führte das Familienunternehmen zuerst zu noch größerem Glanz – und später zu seinem Niedergang. Die Gier nach noch mehr Macht und Ruhm wurden ihm zum Verhängnis.
Besonders viel Geld verlor er durch ein weniger glückliches Engagement am Hof von Burgund. In einer Mischung aus zu großer Vertrauensseligkeit und Korruption brachte er die Bank in immer größere Schwierigkeiten. Bald waren Rivalen zur Stelle, die ihn weiter unter Druck setzten!
Kurz nach seinem Tod im Jahre 1492 wird die Bank geschlossen.
Die heiligen drei Könige
Ein Freund der Familie Medici, der Bankier Gaspare di Zanobi del Lama ließ von Sandro Botticelli für die Grab-Kapelle seiner Familie ein Gemälde malen.
Es stellt die heiligen drei Könige mit den Gesichtszügen von Mitgliedern der Familie Medici (Cosimo dè Medici mit Söhnen und Enkeln) dar.
Das Gemälde wird auch als “Zanobi-Altar” bezeichnet und befindet sich heute in den Uffizien in Florenz.
Michelangelos David
Michelangelo Buonarroti (1475 -1564) war der, wohl berühmteste italienische Maler und Bildhauer der Geschichte (ohne die Leistungen seines “Zeitgenossen” – Leonardo Da Vinci schmälern zu wollen).
In Florenz schuf er im Auftrag der Medici die kolossale Statue des David (aus der biblischen Sage “David gegen Goliath”) eine gut vier Meter hohe Skulptur, die er aus einem einzigen Marmorblock herausarbeitete.
Gleichzeitig ist Michelangelos Statue ein Symbol für die “Irrungen und Wirrungen” der Familie Medici und der Republik Florenz.
Im Jahre 1504 vollendete Michelangelo sein Meisterwerk und es wurde feierlich auf dem Platz vor dem Palazzo Vecchio enthüllt.
Im Zuge der wechselvollen Geschichte, wurde der linke Arm der Statue beschädigt und wurde anschließend wieder restauriert.
Heute befindet sich die Skulptur in der Galleria dell’ Accademia in Florenz.
Fazit
Gier wie auch Angst sind schlechte Lehrmeister – im Geschäftsleben und vor allem auch in der Welt der Finanzen.
Sowohl die Medici – wie auch die Fugger könnten noch heute einflußreiche Familien sein, wenn ihnen Reichtum und Erfolg nicht zu Kopf gestiegen wären.
Ferner gilt es, die Zeichen der Zeit zu erkennen, denn “nichts ist so beständig wie der Wandel”.
Insofern lohnt es sich auf jeden Fall, von Zeit zu Zeit zu überprüfen, ob die einmal gewählte Anlagestrategie noch vorteilhaft ist oder ob es aussichtsreichere Konzepte gibt.
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| Cosimo dè Medici “Vater des Vaterlandes” “Pate der Renaissance” |
Giovanni dè Medici und Giulio dè Medici Michelangelos David |

